(25. Januar 2015)
Zum Auftakt des musikalischen Feuerwerks spielte das Orchester unter der Leitung von Edmund Holzwarth Schwabenstreiche
, eine Komposition von Adolf Götz mit sieben Variationen über das schwäbische Volkslied Jetzt gang i ans Brünnele
. Die Spielerinnen und Spieler zeigten dabei die facettenreichen Klänge ihrer Instrumente, wobei insbesondere die Elektronien in Nachahmung von Bläsern hervorgetreten sind.
Astor Piazolla war ein argentinischer Bandoneonspieler und Begründer des Tango Nuevo. Aus seiner Feder stammten die nun folgenden Tangos Melodia en la Menor, Oblivion und La muerte del Angel
, die von H.G. Kölz für Akkordeonorchester bearbeitet wurden. Sehr tangotypische Rhythmen wechseln sich mit ruhigen Passagen ab, und mancher Zuhörer hätte sicher gerne das Tanzbein dazu geschwungen.
Mit der Münchner Rhapsodie
von Rudolf Würthner entführte das Orchester sein Publikum in die bayrische Landeshauptstadt. Um die Zuhörer auf das Gesamtwerk einzustimmen, ließ Dirigent E. Holzwarth von seinen Spielern einzelne Stationen kurz anspielen: Türme im Morgengrauen
: musikalisch lichtet sich langsam der Morgennebel über der Stadt; die Pfarrkirche Sankt Peter, im Volksmund Der alte Peter
, tritt hervor; weiter führt der Weg zum Stachus
, wo es schon turbulent zugeht und die Polizei mit Martinshorn, von den Elektronien herausragend inszeniert, unterwegs ist. Weiter geht es Auf die Wiesn
– im Festzelt mit Ländler und Schuhplattler, und über die Bavaria
, die mächtig über der Theresienwiese thront, zu einer Nächtlichen Promenade in Schwabing
mit Swing und Boogie Woogie.
Die Spielfreude der Orchesterspielerinnen und Spieler war bei diesem glanzvollen Vortrag deutlich zu spüren. Mit lang anhaltendem Beifall wurden sie in die Pause verabschiedet.
Moritz Moszkowski galt als einer der herausragendsten Komponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein Name und seine Werke gerieten in der Folgezeit leider etwas in Vergessenheit. Edmund Holzwarth hatte seine Spanischen Tänze
mit den Sätzen Allegro brioso, Moderato, Con moto, Allegro comodo und Bolero
als Auftakt zum zweiten Teil des Neujahrskonzerts gewählt. Die Musiker verzauberten die Besucher mit einer feinfühligen und doch temperamentvollen Interpretation dieses mehrsätzigen Musikstückes und verbreiteten spanisches Flair unter de Zuhörern.
Was wäre ein Neujahrskonzert ohne Musik von Johann Strauss? Melodien aus seiner Operette Die Fledermaus
hatte das Orchester beim diesjährigen Konzert ausgewählt. Es begann schwungvoll mit der gleichnamigen Ouvertüre, die überaus musikalisch und mit gekonnter Fingerfertigkeit von den Spieler/innen vorgetragen wurde. Ein Ohrenschmaus für die Zuhörer. Mit der Polka Schnell Unter Donner und Blitz
ging es flott weiter, bevor sich das Orchester mit dem Czardas
aus der Fledermaus vom begeisterten Publikum verabschiedete.
Für den lang anhaltendem Applaus für das gelungene Konzert bedankten sich Musiker und Dirigent mit Danza Final
von Alberto Ginastera, einer traditionellen Rhythmen argentinischer Foklore folgenden Komposition, verbunden mit der Harmonik moderner klassischer Musik und prägnanter Rhythmik. Auch hierfür riesiger Beifall vom Publikum, mit dem eine weitere Zugabe gefordert und vom Orchester auch gerne gespielt wurde.