Schwungvoll ins Neue Jahr 2016 Akkordeon-Orchester Ebersbach wird 70 Jahre alt

Prosit Neu Jahr! Einem besonderen Jahr für das Akkordeon-Orchester Ebersbach, denn es wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Mit diesen Worten begrüßte Vorstand Franz Hummel die Besucher beim 3. Neujahrskonzert in der vollbesetzten Aula des Raichbergschulzentrums. Alle Gäste waren vor dem Konzert eingeladen, bei einem Glas Sekt oder Orangensaft auf das neue Jahr anzustoßen. Gast des Abends war der Klaviervirtuose Bernd Grill.

Zum Auftakt des musikalischen Feuerwerks spielte das Orchester unter der Leitung von Edmund Holzwarth die Zweite Ungarische Rhapsodie von Franz Liszt in der Bearbeitung von Willi Münch. Die ungarische Volksmusik war für Liszt zeitlebens eine Quelle der Inspiration. Beispiel sind die ungarischen Rhapsodien, die den Rhythmus der Puszta-Melodien und das feurige Temperament des Csardas in der ganzen Welt bekannt machten. Mit großem Einfühlungsvermögen und technisch brillant zeigten die Spielerinnen und Spieler, dass eine solche Komposition durchaus auch von einem Akkordeonorchester hervorragend vorgetragen werden kann.

Hans Boll ist ein zeitgenössischer Komponist, der mit seiner Komposition Inmortal – unsterblich - seine Verehrung für den Argentinier Astor Piazolla, den Begründer des Tango Nuevo, zum Ausdruck bringen wollte. Langsame, in tiefen Tönen gehaltene Passagen wechseln sich ab mit flotten, fetzigen Tango-Rhythmen. Edmund Holzwarth führte sein Orchester, das von Bernd Grill am Klavier begleitet wurde, mit viel Gefühl und doch temperamentvoll durch dieses Musikstück.

Tres Danzas Argentinas von Alberto Ginastera hatte Pianist Bernd Grill als Solostück im ersten Teil des Konzerts ausgewählt. Traditionelle Rhythmen argentinischer Volksmusik verbinden sich mit moderner klassischer Musik. Den ersten Tanz der Viehtreiber prägt die Bitonalität – es entsteht eine einfache und charmante Melodie. Im zweiten Tanz des anmutigen Mädchens erklingt eine sanfte Melodie bevor im dritten Tanz der diebischen Gauchos mit Hilfe von Dissonanzen die wütende und wilde Stimmung zum Ausdruck gebracht wird. Bernd Grill, der als Schüler beim Akkordeon-Orchester Ebersbach mitgespielt hatte, zog alle Register seines Könnens und begeisterte das Publikum.

Mit dem Klezmer Karnival von Philip Sparke in der Bearbeitung von Foppe Jacobi verabschiedete sich das Orchester in die Pause. Der Komponist verarbeitete in diesem Musikstück drei unterschiedliche traditionelle Klezmermelodien: einen Hochzeitstanz mit Glückwünschen für Braut und Bräutigam, einen Rundtanz und einen sogenannten Scherentanz. Das Orchester gab die Mischung aus Fröhlichkeit und Melancholie zur Freude der Zuhörer hervorragend wieder.

Erstes Orchester mit Bernd Grill am Flügel

Der zweite Teil des Neujahrskonzerts begann mit dem Walzer Dorfschwalben aus Österreich von Josef Strauß. Ein Lächeln zeigte sich bei vielen Besuchern im Gesicht, denn die leichten, oft aber auch gefühlvollen Melodien der Strauß-Familie dürfen bei keinem Neujahrskonzert fehlen. Mit großer Lust, Spielfreude und musikalischem Einfühlungsvermögen überzeugten die Musiker ihre Zuhörer, so dass der Vortrag für die Konzertbesucher zu einem wahren Ohrenschmaus wurde.

Collaboration von Wolfgang Russ-Plötz ist eine Afro-American-Rhapsody für Klavier und Akkordeonorchester. Bernd Grill spielte gewohnt technisch und rhythmisch perfekt die Klavierstimme, begleitet vom Akkordeonorchester, bei dem insbesondere die Elektronien und Schlaginstrumente im Vordergrund waren. Eine sehr unterhaltsame Komposition für die Akteure und Zuhörer.

Mit Three Preludes von George Gershwin demonstrierte Bernd Grill erneut seine Fingerfertigkeit und Virtuosität auf dem Klavier. Die drei Stücke, in denen sich die Nähe von Gershwins Kompositionen Rhapsody in Blue, Summertime und I got Rhythm spiegelten, spielte er brillant, fassettenreich und gekonnt und begeisterte damit das Publikum, das sich am Ende des Vortrags noch eine Zugabe erklatschte.

Transsylvania von Helmut Quakernak ist der Titel einer Suite aus vier Tänzen aus dem Balkan, dessen Musik wegen ihrer temperamentvollen und variablen Rhythmik sehr bekannt und beliebt ist. Im 9/8-Takt beginnt der erste Tanz Vranje, in dem sich rhythmische Passagen mit einprägsamen Melodien abwechseln. Ajde Jano ist ein Volkslied im 7/8-Takt, mit einer sehr feinsinnigen, melancholischen Melodie. Biserka ist ein serbischer Tanz im gemäßigten 3/4-Takt, aber trotzdem betont rhythmisch und beschwingt. Der Transsylvanian Jok, ein rumänischer Volkstanz aus Siebenbürgen, beginnt sehr langsam, um sich dann in Tempo und Dynamik bis hin zu einem lauten, kraftvollen und virtuosen Finale zu steigern. Edmund Holzwarth spielte diese Suite mit seinem Orchester betont rhythmisch und leicht beschwingt , aber auch mit viel Schwung und Feuer und hat damit die Zuhörer mitgerissen.

Für den lang anhaltenden Applaus für das gelungene Konzert bedankten sich die Musiker und ihr Dirigent mit Conga del Fuego Nueva, einer faszinierenden Komposition des zeitgenössischen mexikanischen Komponisten Arturo Marquez, mit häufigen Tempo- und Rhythmuswechsel, was insbesondere auch die beiden Schlagwerker forderte. Auch hierfür riesiger Beifall vom Publikum, mit dem eine weitere Zugabe gefordert und vom Orchester auch gerne gespielt wurde.

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